Wappen Schützenverein Hambühren e.V. Wappen

Gründung des Schützenverein Hambühren e.V.

Der unglückliche Ausgang des Krieges 1914-1918 für Deutschland, insbesondere die Folgen der Revolution, hatten eine gewisse Unsicherheit in den ganzen deutschen Landen mit sich gebracht. Der Polizei waren die nötigen Machtmittel genommen, um dem Verbrechertum energisch entgegentreten zu können. Auf die militärischen Organisationen, soweit sie noch bestanden oder neu geschaffen wurden (Sicherheitskompanien), war kein Verlaß, denn bald nahmen sie diese und bald jene politische Haltung ein. Dieses hatte die natürliche Folge, daß die einzelnen Städte und Gemeinden zum Selbstschutz übergehen mußten. Behördlicherseits wurde auch in Anregung gebracht, Bürgerwehren aufzustellen. Diese Organisationen wurden dann auch von der Regierung mit Waffen beliefert. In größeren Orten gab man ihnen sogar Maschinengewehre bei.
So wurde nun auch im Herbst 1919 für die Gemeinde Hambühren eine solche Bürgerwehr zum Schutze des persönlichen Eigentums der Dorfbewohner ins Leben gerufen. Es wurden für die Nacht Wachen gestellt, die mit Ablösung durch das Dorf zu patrouillieren hatten. Auch war vorgesehen, größeren radikalen Angriffen Widerstand zu leisten. Um den einzelnen Mitgliedern der Wehr Gelegenheit zur Handhabung der Waffe zu geben, wurden auf Anregung der Staatsobrigkeit Schießübungen vorgenommen. Es wurde nun hier zu diesem Zwecke im Frühjahr 1920 durch die Mitglieder der Bürgerwehr ein Scheibenstand auf dem Rehwinkelschen Grundstück am Bruchwege, etwa 500 Meter vom Dorf entfernt, ausgehoben. Wegen der Tragweite der Infanteriegewehre ging man so weit vom Dorfe ab.
Anfangs war der Stand so eingerichtet, daß der Scheibenableser nach jedem Schuß aus der Deckung, die oberhalb des Erdbodens hergerichtet war, hervorkommen mußte, um den Schuß abzulesen und dann durch Winken mit einem Stock anzuzeigen. Den Scheibenstand besser auszubauen, war die erste Arbeit des Schützenvereins. Man baute vor der Scheibe eine große Kuhle, gestützt mit Grubenholz, aus und richtete eine Scheibe her, welche, sobald die eine heruntergezogen wurde, die zweite nach oben ging.
Gelegentlich des Schießens der Bürgerwehr kamen verschiedene beteiligte Schießfreunde auf die Gründung eines Schützenvereins zu sprechen und beriefen auch bald, und zwar am 3. September 1920, eine Versammlung zur Gründung des Vereins ein. Hier schlössen sich folgende Personen zusammen:

Gerke, Heinrich  Thies sen., Heinrich Voltmer, Heinrich
Thies jun., Heinrich Neubauer, Hermann Thies jun., Willi
Hasselmann, Hermann Ostwald sen., Ernst Struber sen., K.
Ostwald, Richard Hapke, Heinrich Ostwald, Ferdinand
Giesecke, Louis Lüders, Erich Stöckman, Otto
Noffke, Wilhelm Stöckmann sen., Ferd. Veth, Heinrich
Stahl, Wilhelm Schötensack, Paul Eickenrodt, Ernst
Gudehus, Heinrich Eickenrodt, Artur Fricke, Heinrich
Tiemann, Peter Ottenhausen, Willi Grünhagen, Ernst
Otte, Willi Lindwedel, Hermann Grobe Wilhelm
Gerberding sen., Wilh. Jahnke Wilhelm Einecke, Gotthilf
Havekost, Friedrich Knigge, Heinrich Hambrock, Theodor
  Knigge, Ernst (Hauer)  

Diese Personen können somit als Gründer des Vereins angesehen werden. Die Vorarbeiten wurden von dem Hofbesitzer Heinrich Voltmer, Bergmann Einecke und dem Kaufmann Schötensack geliefert. Den Hauptanlaß zur Gründung gaben sonst wohl der Hauptmann der Bürgerwehr, Einecke, sowie H. Voltmer und einige interessierte junge Leute. In der Versammlung schritt man sodann zur ersten Vorstandswahl, welche folgendes Ergebnis hatte:

1. Vorsitzender Gotthilf Einecke
Schriftführer Paul Schötensack
Kassierer Heinrich Voltmer

Hierauf wurden die Satzungen beraten und auch sogleich ein Schützenfest bestimmt. Schützenfest, wie es sonst üblich gefeiert wird, fand in diesem Jahre nicht mehr statt, sondern ein Königsschießen wurde vorgenommen und gemeinsam mit dem Gesangverein „Freiheit", dessen 50 jähriges Stiftungsfest am 5. September 1920 und das erste Schützenfest am 6. September 1920 im Gasthaus „Heidekranz" (heute Landschulheim der Sophienschule Hannover) gefeiert. Nach der Königsscheibe wurde mit Militärgewehren auf eine Entfernung von 150 Metern geschossen. Es kam eine 12-Ring-Scheibe in Frage. Die besten Schüsse hatte Verwaltungsassistent Ferdinand Ostwald jun. mit 30 Ring (drei Schuß). Zweitbester war der Kaufmann Peter Tiemann. Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, daß man bei dem ersten Schützenfest ein riesiges Interesse zum Schießsport zeigte. Der Verlauf des Festes war äußerst fidel und lustig, wie man lange Jahre nicht mehr gesehen hatte. Die Einzelheiten des Festes wiederzugeben, ist mir nicht mehr möglich.
Aufzeichnungen von Ferdinand Ostwald – erster Schützenkönig des Vereins – aus dem Jahre 1924

Quelle: Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Schützenvereins 1995

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