Wappen Schützenverein Hambühren e.V. Wappen

Zur Geschichte des Schützenwesens in Hambühren

Sucht man nach den Anfängen des Schützenwesens in Hambühren, ist man geneigt anzunehmen - im Hinblick auf die zum Teil mehrere hundert Jahre alten Schützengesellschaften und -ver­eine in Celle und Umgebung -, daß der Schützenverein Hambühren älter als gerade mal 75 Jahre ist. In der Tat gibt uns das Dorfsippenbuch von 1939 Auskunft, dass die Musterrolle von 1606 erwähnt und die Namen der waffenfähigen Hambührener enthält. Für die Folgezeit ist das Hofbesitzerverzeichnis Hambührens aus dem Jahre 1620 von Belang, das die Namen Rehwinkel, Lüssmann und Gudehus nennt, die später immer wieder vorkommen. Die Familie Gudehus ist die einzige der Hambührener Bauernfamilien, die seit rund 485 Jahren durchgehend in Hambühren ansässig ist und sich im „Mannesstamm", wie es das Sippenbuch ausdrückt, fortgesetzt hat. Heute leben auf dem „Claas-Hof' drei Generationen, deren Männer treue Mitglieder des Schützenvereins Hambühren sind: Hans-Heinrich und Sohn Jörn-Claas, der heute den Hof bewirtschaftet.
Die erwähnte Musterrolle von 1606 (lt. Paul Borstelmann: Dorfchronik Hambühren/Oldau von 1977) beschreibt die Bewaffnung der Hambührener Bauern und zeigt zwei Unterschiede in dieser auf. Vier der Bauern besaßen eine Büchse, während fünf andere die primitiveren Hellebarden handhabten. Es hat den Anschein, als habe man seinerzeit bereits zwischen Höfnern und Kötnern unterschieden. Eine Büchse hatten Rickmann, Cordt Gudehus, Hans Lüßmann und Ernst Rehwinkel, während Ottenhuß (Ottenhausen), Lutke, Lüßmann, Berndt Gudehus und Hinrich Tegelmann (Theilmann) eine Hellebarde hatten, um sich vor allem in den unsicheren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) vor mordenden und marodierenden Banden zu schützen. Diese Zeit hat Hermann Löns in seinem Roman „Der Wehrwolf" anschaulich geschildert.
Damals wie heute erforderte das Führen einer Waffe, gleich ob Büchse oder Hellebarde, gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten; denn vor über 350 Jahren hing von der Geschicklichkeit der Waffenhandhabung oftmals das Leben seiner Bewohner ab. In der damaligen Zeit lag die Betonung auf „schützen" (Leben sowie Hab und Gut), heute ist es der sportliche Wettkampf, der die Schützengemeinschaft zusammenhält. Es lassen sich hier aber im weitesten Sinne die ersten Anfänge des Schützenwesens in Hambühren sehen. Die Jahreszahlen 1606 und 1620 hat Walter Reimker, jahrzehntelang Schriftführer des Schützenvereins, auf zwei von ihm gemalten Scheiben anläßlich der Schießstandeinweihung im Jahre 1989 verewigt. Die eine hängt in der neuen Schießsporthalle, die andere besitzt Schützenbruder Uwe Hoffmann. Ähnlich stellten sich die Verhältnisse im Jahre 1920 dar, die zur Gründung des Schützenvereins Hambühren führten. Darüber hat der damalige Schriftführer Ferdinand Ostwald, der zudem 1. Schützenkönig des Vereins war, uns dankenswerterweise aus dem Jahre 1924 Aufzeichnungen hinterlassen.

Quelle: Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Schützenvereins 1995

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