Wappen Schützenverein Hambühren e.V. Wappen

 

Praktische Heimatpflege zum neuen Jahr

Zum Jahresanfang hatten der Schützenverein und die Unteroffizier-Vereinigung Hambühren wieder zum Neujahrstreffen ins Schützenhaus eingeladen – wenn auch diesmal etwas kurzfristig. Als Gastredner berichtete Heimatpfleger Hans-Heinrich Gudehus über die Geschichte Hambührens von der Frühzeit bis heute.

Die Vorsitzenden des Schützenvereins, Jörg Lehne, und der Unteroffizier-Vereinigung, Peter Stübbe, konnten zum Jahresanfang am 6. Januar 2017 im Schützenhaus am Bruchweg wieder zahlreiche Vereinsmitglieder und Gäste begrüßen. Lehne entschuldigte sich für die reichlich spät verschickte Einladung und gab dann einen Überblick über das nachfolgende Programm. Er bedankte sich bei den fleißigen Helfern für die Vorbereitung der Veranstaltung und brachte zuletzt ein passendes Neujahrsgedicht von Wilhelm Busch zu Gehör. Pastor Winfried Spickermann von der evangelischen Auferstehungsgemeinde erzählte eine Geschichte vom alten Silvester, der zum Neujahr das Jahrkind zu den Menschen bringt. Gleichzeitig nimmt er das alte Jahr wieder mit zurück in den Garten Gottes, aber diesmal als müde, gebeugte Gestalt. Das Jahr 2016 hat viel mitmachen müssen, viel Schlimmes ist auf der Welt passiert. „Wie schnell das neue Jahr alt wird, liegt an uns.“ so Spickermann auffordernd. Jeder sollte etwas Gutes tun, damit Bürgermeister Herbstdas neue Jahrkind sich möglichst wohlfühlt. Bürgermeister Thomas Herbst blickte zunächst zurück auf einen fairen kommunalen Wahlkampf im vergangenen Jahr. Eine weitere Herausforderung sei sicher die Unterbringung und Integration von 150 Flüchtlingen in der Gemeinde Hambühren gewesen. Darüber hinaus bedankte sich Herbst ausdrücklich bei den Verantwortlichen für den Weihnachtsmarkt 2016. „Es wurde eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine gestellt, die sich hoffentlich als feste Größe in der Gemeinde etabliert“, so der Bürgermeister. Für 2017 stehen in Hambühren die Erweiterung von Kindergärten, die Sanierung einiger Gemeindestraßen und die Freigabe des Baugebietes „Auf dem Kampe“ zur Umsetzung an.

Hans-Heinrich GudehusGastredner Hans-Heinrich Gudehus stellte zunächst den Begriff des Heimatpflegers dar. Auf Anregung des 1989 gegründeten Heimatvereins wurden in allen vier Ortsteilen der Gemeinde Hambühren geeignete Personen angesprochen, um wichtige Ereignisse während des Jahres zu dokumentieren. Dann berichtete Gudehus über die Geschichte Hambührens von der Frühzeit bis heute. Nach historischen Funden von vor über 3000 Jahren findet Hambühren seine erste Erwähnung im Jahre 1235 und Oldau im Jahre 1378. Der Beginn der Reformation vor 500 Jahren scheint in unserer Gegend nicht zu kriegerischen Handlungen geführt zu haben, wohl aber der 30-jährige Krieg im 17. Jahrhundert – siehe Hermann Löns‘ Bauernroman „Der Wehrwolf“. Weitere wichtige Ereignisse in unseren Dörfern waren unter anderem der Bau des Fuhsekanals 1766-69, der große Brand von 1857 in Hambühren I, der Bau von Allerschleuse und Elektrokraftwerk in Oldau sowie der Kalibergbau in Ovelgönne nach 1900, die Errichtung der Munitionsanstalt in Hambühren II in den 1930/40er Jahren, der Zuzug von Kriegsflüchtlingen und die teilweise Nachnutzung von militärischen Anlagen durch die Bundeswehr. Seit dem 1.1.1970 sind unsere Gemeinden nun bald 50 Jahre zusammengeschlossen. „Die praktizierenden Heimatpfleger sind allerdings die Vereine und Verbände – wie der Schützenverein und die Uffz.-Vereinigung“, so Gudehus zum Abschluss seines Vortrges.

Peter StübbePeter Stübbe hatte eine etwas makabere Anekdote mitgebracht, unter dem Titel „Notfall am Sonntag“. Zur Wachablösung beim Fernmeldesektor erschien ein Gefreiter wieder mal zu spät und klappte kurz danach im Dienst zusammen. Die herbeigeeilten Sanitätssoldaten kamen mit dem Patienten jedoch im Funkraum zuerst nicht um die Ecke und mussten einige Anstrengungen unternehmen. Zuletzt stellte sich heraus, dass der Gefreite im Stress am Sonntag die Einnahme seiner Tabletten vergessen – und die Sanis ihm beim Abtransport das Schlüsselbein gebrochen hatten.

Jens-Martin ReimkerDem 2. Vorsitzenden des Schützenvereins, Jens-Martin Reimker, blieb der Ausblick auf das neue Jahr vorbehalten. Ein besonderes Jahr wird 2017 aus kirchlicher Sicht, denn es gibt ein wichtiges Jubiläum: 500 Jahre Reformation. Und damit auch alle etwas davon haben, gilt der 31. Oktober (ein Dienstag) als zusätzlicher Feiertag. In diesem Jahr gibt es kaum sportliche Höhepunkte von weltweiter Beachtung. Allerdings gastiert die Fußballschule der Königlichen von Real Madrid im Juli in Hambühren an der Allersteiner Straße. Die Uffz.-Vereinigung Hambühren feiert 2017 ihr 60-jähriges Jubiläum, die MU-Kapelle Oldau ihren 55. Geburtstag und die Siedlergemeinschaft Hambühren entstand vor 45 Jahren. Wichtige Termine für den Schützenverein im Jahre 2017 sind die Schießsportwoche im April, das Schützenfest im Juni und auch der nächste Weihnachtsmarkt Anfang Dezember. Im Anschluss an die Wortbeiträge gab es zum Imbiss noch eine Diaschau mit „Bildern unseres Hambührens“, zusammengestellt von Martin Florian und Christian Adam. Viele Fotos vom Neujahrstreffen finden sich in unserer Fotogalerie.

Redner des Abends

Fotogalerie

 

Text: Matthias Reimker, Fotos: Matthias Reimker und Hans-Jürgen Hemme

nach oben